Forschung im Bereich Sportmedizin

Zu den sportmedizinischen Forschungsschwerpunkten und Aufgaben zählen die Evaluation der Wirksamkeit von primär- und sekundärpräventiven Lebensstiländerungen auf Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Hypertonie, kardio-metabolische und Demenzerkrankungen. Körperliche Aktivität und Sport stehen dabei im Vordergrund. Ziel ist u.a. die modellhafte Implementierung der Programme im Gesundheitssystem und auf gesellschaftlicher Ebene.
Spezielle wissenschaftliche Kompetenz liegt vor auf dem Gebiet der Gefäßadaptation an Bewegung und Sport und deren Interaktion mit kardio-vaskulären Risikofaktoren und manifesten Erkrankungen. Bei den Untersuchungen des arteriellen Gefäßsystems werden hochentwickelte Messmethoden und Bildanalyseverfahren eingesetzt. Ein zweiter Bereich betrifft die gerätegestützte Erfassung von körperlicher Aktivität und Leistungsfähigkeit. Beide Schwerpunkte sind für die interdisziplinäre Forschung mit anderen Bereichen der Medizin hervorragend geeignet.

Forschung im Bereich Trainingswissenschaft

Zu den trainingswissenschaftlichen Forschungsschwerpunkten zählen die Entwicklung von Interventionsmitteln, ihre Implementierung und nachfolgende Evaluierung im Rahmen präventiver bewegungsfördernder Maßnahmen an Kindergärten und Schulen (z.B. KISS-Studie und Ballabeina-Studie). Des Weiteren beschäftigt sich das Team der Trainingswissenschaft mit den Mechanismen, die zu akuten und/oder langfristigen Anpassungen des neuromuskulären Systems führen. Hierbei stehen die Auswirkungen unterschiedlicher Trainingsformen (z.B. Kraft-/ Gleichgewichtstraining) auf das neuromuskuläre System von Kindern, Jugendlichen, Berufstätigen und älteren Menschen im Mittelpunkt.

Aktuellste Buchpublikationen aus unserem Forschungsbereich:

Zahner, L., Steiner, R. (Hrsg.), Kräftig altern – Die positiven Effekte von Muskeltraining in der 3. Lebensphase, Handbuch für Fachpersonen. 2010, Karlsruhe, Health and Beauty. P. 160

Zahner, L., Steiner, R. (Hrsg.), Kräftig altern – Lebensqualität und Selbstständigkeit dank Muskeltraining, Taschenbuch. 2010, Karlsruhe, Health and Beauty. P. 64

Die Bücher „Kräftig altern“ wurden in Kooperation mit dem Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenterverband (SFGV) herausgegeben

Die Publikation «Kräftig altern - Die positiven Effekte von Muskeltraining in der 3. Lebensphase» richtet sich an Fachpersonen wie Ärzte, Apotheker, Bewegungs- und Gesundheitsfachleute. Thematisiert wird die Wirkung von Kraft- und Gleichgewichtstraining auf die allgemeine Gesundheit, die Sturzhäufigkeit, Osteoporose, Gelenkbeschwerden, Stoffwechselerkrankungen, die Motivation und Depressionen. Die einzelnen Kapitel wurden von 11 Autoren verfasst, wobei  Forschungsergebnisse aus eigenen Untersuchungen und international anerkannten wissenschaftlichen Publikationen berücksichtigt wurden. Im gleichzeitig erschienenen Taschenbuch «Kräftig altern - Lebensqualität und Selbständigkeit dank Muskeltraining» wurden die Erkenntnisse des Fachbuchs für den interessierten Laien aufbereitet und konkrete Vorschläge für ein effektives Training zu Hause oder unter professioneller Anleitung gemacht.

Die beschriebenen Effekte von Kraft- und Gleichgewichtstraining sind vielversprechend. Zahlreiche degenerative Alterserscheinungen und Sturzrisikofaktoren konnten mit einem zielgerichteten Kraft- und Gleichgewichtstraining stark minimiert werden. Zudem zeigte sich, dass die psychische Gesundheit positiv beeinflusst werden kann. Bei den über 80-jährigen wurden sogar Kraftzuwächse in der Muskulatur der unteren Extremitäten von mehr als 170% dokumentiert – mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Knochen und Gelenke sowie auf Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus). Die Sturzhäufigkeit konnte mit entsprechendem Training um bis zu 50% reduziert werden. Aufgrund der empirisch gesicherten Daten kann davon ausgegangen werden, dass Kraft- und Gleichgewichtstraining die Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren verbessern kann.

Forschung im Bereich Sportwissenschaft

Im Zentrum der sportpädagogisch-sozialwissenschaftlichen Arbeit am ISSW steht zur Zeit das Nationalfondsprojekt "Soziale Integration durch Sport bei jugendlichen Migrantinnen und Migranten". Ziel dieser Studie ist es, die sozial-integrative Wirkung des Sports mit Hilfe qualitativer und quantitativer Methoden und unter Einbeziehung einer Intervention zu untersuchen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist der Themenbereich „Sport, Stress und Gesundheit“. Im Rahmen empirischer Studien wird untersucht, ob Sport und Bewegung zur Erhöhung der Stresstoleranz beitragen. Mittels der Konzeption eines „bewegungsorientierten Stressmanagements“ strebt das ISSW die praxisnahe Umsetzung dieser Thematik an. Abgerundet wird der Forschungsbereich der sportpädagogisch-sozialwissenschenschaftlichen Abteilung durch die Auseinandersetzung mit genderspezifischen Fragestellungen im Kontext von Bewegung und Sport.

Downloads: SRF1 Sendung Doppelpunkt vom 21.05.2013

Kontakt

Ordinarius für Sportmedizin
Prof. Dr. Arno Schmid-Trucksäss
Institut für Sport und Sportwissenschaften
St. Jakob Arena
Brüglingen 33
CH-4052 Basel
Tel: +41 (0)61 377 87 40
Fax: +41 (0)61 377 87 42
arno.schmidt-trucksaess-at-unibas.ch

Bereichsleiter Trainingswissenschaft
PD Dr. Lukas Zahner
Institut für Sport und Sportwissenschaften
St. Jakob Arena
Brüglingen 33
CH-4052 Basel
Tel: +41 (0)61 377 87 37
Fax: +41 (0)61 377 87 42
lukas.zahner-at-unibas.ch

Ordinarius für Sportpädagogik
Prof. Dr. Uwe Pühse
Institut für Sport und Sportwissenschaften
St. Jakobshalle
Brüglingen 33
CH-4052 Basel
Tel: +41 (0)61 377 87 80/84
Fax: +41 (0)61 377 87 89
uwe.puehse-at-unibas.ch